Aktuelle News und Hintergrundinfos
Zum Thema Windkraft in Herrenberg und Umgebung
23.05.2026
Windpark Königseiche: Gutachten bestätigt unzulässigen Lärm in Baiereck
Seit eineinhalb Jahren leiden die Anwohner des Uhinger Ortsteils Baiereck unter störenden Wusch- und Brummgeräuschen vom Windpark Königseiche bei Ebersbach. Eine Immissionsmessung im März 2026 hat nun offiziell bestätigt, was die Bevölkerung schon lange beklagt: Bei Windgeschwindigkeiten über neun Meter pro Sekunde erzeugen die Windräder eine unzulässige Tonhaltigkeit. Als Sofortmaßnahme werden die Anlagen bei starkem Wind gedrosselt, während der Betreiber Uhl Windkraft technische Lösungen prüft. Ergänzend dazu erhebt ein kritischer Leserbrief von Tobias Ihle schwere Vorwürfe: Die Windkraftanlagen hätten zu keinem Zeitpunkt die Genehmigungsauflagen erfüllt, das Landratsamt habe Beschwerden jahrelang ignoriert und die Abnahmemessung durch den Errichter fehle bis heute.
30.03.2026
Schluss mit der Selbsttäuschung: Die Milliardengrab-Energiewende
Der ungebremste Ausbau von Wind- und Solaranlagen treibt die deutschen Strompreise auf Rekordniveau und belastet die Bürger mit jährlichen Systemkosten von über 36 Milliarden Euro. Während die Industrie unter den hohen Kosten leidet, werden Milliarden für Entschädigungen verschwendet, wenn Windräder wegen überlasteter Netze abgeschaltet werden müssen. Ohne eine radikale Kehrtwende hin zu ökonomischer Effizienz und gesicherten Kraftwerkskapazitäten droht Deutschland die schleichende Deindustrialisierung. Es ist Zeit für eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit über ideologische Ausbauziele stellt
30.03.2026
Genehmigt, aber nicht in Betrieb. Windenergieanlagen in BW.
Die Auswertung zeigt, dass zahlreiche Windenergieanlagen bereits genehmigt, aber noch nicht in Betrieb sind.
Ein Großteil der Leistung entfällt auf Genehmigungen aus 2025 und davor, während 2026 bisher nur begrenzte neue Kapazitäten hinzukommen.
In Baden-Württemberg selbst ist die Anzahl aktuell gering, was auf verzögerte Umsetzung trotz vorhandener Genehmigungen hindeutet.
21.02.2026
Focus Artikel: "Viel gebaut, wenig geliefert
Warum wir uns mit Symbolpolitik ein Hochrisikosystem gebaut haben"
Viel gebaut, wenig geliefert - Die deutsche Energiewende
Deutschland gilt international als Vorreiter der Energiewende. Doch die nüchternen Zahlen erzählen eine andere Geschichte:
Trotz massivem Ausbau von Wind- und Solaranlagen lag der Anteil Erneuerbarer am gesamten Endenergieverbrauch (Strom, Wärme, Verkehr) 2024 bei lediglich 22 Prozent – unter dem EU-Durchschnitt. Länder wie Spanien, Portugal oder Bulgarien schneiden besser ab.
Zwischen 2020 und 2025 wurde Erzeugungskapazität im Umfang von rund 50 ehemaligen Atomkraftwerken installiert. Das Ergebnis: Der Anteil Erneuerbarer am Gesamtenergieverbrauch stieg um gerade einmal drei Prozentpunkte.
Besonders alarmierend ist die wachsende Instabilität des Stromnetzes. Die Zahl der täglichen Noteingriffe zur Verhinderung von Blackouts stieg von knapp 6.800 im Jahr 2020 auf über 19.000 im Jahr 2025 – das sind durchschnittlich 53 Eingriffe pro Tag. Die Kosten dafür belaufen sich auf hunderte Millionen Euro pro Quartal.
Gleichzeitig ist Deutschland vom Stromexportland zum Nettoimporteur geworden und gibt jährlich über zwei Milliarden Euro für den Einkauf von Strom im Ausland aus – obwohl die installierte Leistung auf Rekordhoch liegt.
Die Gesamtkosten der Energiewende bis 2045 werden auf fünf Billionen Euro geschätzt. Bereits heute können 4,2 Millionen Menschen in Deutschland ihre Energierechnungen kaum noch bezahlen.
Fazit des Autors: Die Energiewende scheitert nicht an Wind und Sonne, sondern an fehlendem Systemdesign – ohne ausreichende Speicher, ohne ausgebaute Netze, ohne ehrliche Kosten-Nutzen-Analyse. Wer jetzt nicht umsteuert, riskiert die wirtschaftliche Stabilität des gesamten Industriestandorts Deutschland.
Quelle: Prof. Dipl.-Ing. Timo Leukefeld, Focus Online, Februar 2026
21.02.2026
Französisches Gericht verurteilt Windparkbetreiber - Gesundheitsschäden durch Lärm anerkannt
Im November 2025 hat das Landgericht Straßburg einen Windparkbetreiber zu Schadensersatz verurteilt – wegen nachgewiesener Gesundheitsschäden durch Lärm.
Ein Ehepaar lebte seit 1985 in seinem Haus, als 2009 ein Windpark mit 12 Anlagen in der Nachbarschaft in Betrieb ging. Die Folge: jahrelange Schlafstörungen, Stress und Angstzustände. Das Gericht stellte fest, dass die gesetzlichen Nachtlärm-Grenzwerte über Jahre überschritten wurden, und erkannte einen direkten Kausalzusammenhang zwischen dem Windkraftlärm und den Gesundheitsschäden der Klägerin an. Im Urteil heißt es: „Der Betrieb der Windkraftanlagen ist die direkte und sichere Ursache für den Stress und die Angstzustände der Klägerin."
Die Klägerin erhielt 8.300 €, ihr Ehemann 7.000 € Schadensersatz. Die Prozesskosten trägt der Betreiber.
Das Urteil zeigt: Behördliche Genehmigungen schützen Betreiber nicht automatisch vor Haftung. Betroffene Anwohner haben rechtliche Handhabe – auch wenn alle Vorschriften formal eingehalten wurden.
Quelle: Tribunal judiciaire de Strasbourg, Urteil vom 13. November 2025, Az. RG Nr. 17/02943
03.11.2025
Windkraft‒ Leserbrief "Vertrauen zerstört"
Der Leserbrief mit dem Titel „Vertrauen zerstört“ kritisiert, dass das Landratsamt Göppingen den Betrieb zweier Windkraftanlagen bei Baiereck wieder freigegeben hat.
Die Autorin, Barbara Viereck aus Adelberg, bezieht sich auf die Bürgerinitiative Pro Schurwald, die mit eigenen Messungen festgestellt habe, dass die Windräder weiterhin zu laut seien. Trotzdem habe das Landratsamt ein Gutachten zur „fachlichen Auswertung“ beauftragt – jedoch von der Firma Wölfel, die vom Anlagenbetreiber Uhl-Windkraft selbst bezahlt wurde.
Viereck bemängelt, dass dies nichts mit „unabhängig“ zu tun habe, und empfindet das Vorgehen des Landratsamts als Täuschung der Öffentlichkeit und Skandal, wodurch Vertrauen zerstört werde.
22.10.2025
„Unabhängig“ oder doch Interessenvertretung? Der Dauerstreit um die Windanlage bei Baiereck – und wie Landratsamt Göppingen dem Betreiber in die Karten spielt
Die Bürgerinitiative BI Pro Schurwald erhebt schwere Vorwürfe gegen das Landratsamt – dessen beauftragte Analyse wurde übergeben an den Betreiber Uhl Windkraft, der wiederum das Gutachterbüro Büro Wölfel bezahlt hat, das prompt eine Betriebsfreigabe empfahl. Kritiklos übernimmt das Amt diese Einschätzung – von einer echten, unabhängigen Überprüfung kann kaum die Rede sein.
09.06.2025
Das erwartet uns (Lärmprobleme)!
Lärmprobleme durch immer höher werdende Windkraftanlage verschiedener Hersteller
Bilder anklicken und genauer ansehen!
Die Lärmgutachten basieren auf theoretischen Rechenmodellen, nicht auf ortsbezogenen Messungen. Diese Werte bieten folglich keine Gewähr dafür, dass es später nicht zu Lärmproblemen kommt.
25.04.2025
Rückblick: Infoveranstaltung in Herrenberg
Ausschnitt aus dem Gäubote - anklicken zum Vergrößern
07.03.2025
Videoinhalte zum Thema Windkraft
Jetzt im ZDF und Spiegel ansehen:
Quelle: https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-streitfall-windenergie-100.html
Quelle: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/wenn-windraeder-baeume-verdraengen-fuer-den-wald-ist-es-eine-katastrophe-spiegel-tv-a-20732808-4e4c-4219-89a8-29b8d4854d68
20.02.2025
Stellungnahme der Vertrauensleute des Bürgerbegehrens
(Gemeinderatssitzung 18.02.2025)
07.02.2025
Windschwaches Land BaWü (Windatlas)
Die Windleistungsdichte liegt in unserer Region unter den nötigen Werten für eine sinnvolle Nutzung von Windkrafträdern.
23.01.2025
Vogelschutz
Die Erosion des (Vogel-)Artenschutzes im Spitalwald durch den Ausbau der Windkraft
Im Spitalwald sind über acht der mehr als 30 sogenannten windkraftsensiblen Vogelarten (vgl. „Helgoländer Papier“) anzutreffen, darunter:
- Rotmilan
- Schwarzmilan
- Wanderfalke
- Baumfalke
- Wespenbussard
- Uhu
- Waldschnepfe
- Graureiher
Durch die umfangreichen Gesetzesänderungen, insbesondere im Jahr 2022 (zusammengefasst im „Habeck’schen Osterpaket“), wurden zahlreiche Einschränkungen und Anpassungen vorgenommen. So wurde die Liste der 30 windkraftsensiblen Arten auf lediglich 15 Arten reduziert (siehe auch „BI lebenswertes Böblingen“). Gleichzeitig wurden die Prüf- und Schutzradien für Horste drastisch verkleinert:
- Rotmilan: 500 m / 1200 m (vorher: 1500 m / 4000 m)
- Schwarzmilan: 500 m / 1000 m (vorher: 1000 m / 3000 m)
- Wanderfalke: 500 m / 1000 m (vorher: 1000 m)
- Baumfalke: 350 m / 450 m (vorher: 500 m / 3000 m)
- Wespenbussard: 500 m / 1000 m (vorher: 1000 m / 3000 m)
Die Waldschnepfe (500 m) und der Graureiher (1000 m / 3000 m) wurden sogar vollständig von der Liste gestrichen.
Bis 2020 galten für den Rotmilan in Baden-Württemberg sogenannte Dichtezentren, wenn mehr als vier Paar-Reviere in einem Umkreis von 3,3 km vorhanden waren. Diese Regelung wurde vom damaligen Umweltminister Untersteller auf mehr als sieben Paar-Reviere im selben Radius geändert. Für den Spitalwald und seine Umgebung galt zumindest das frühere Dichtezentrum (siehe z. B. Walz 2014 sowie „BI lebenswertes Böblingen“). Es ist jedoch fraglich, ob das neue Dichtezentrum von 2020 noch erreicht wird. Laut LUBW weisen sowohl das TK-Blatt Nagold 7418 NO als auch das TK-Blatt Stammheim 7318 SO jeweils vier bis sieben Revierpaare auf.
Im Großraum Böblingen-Herrenberg existieren Schwerpunkte der Artenvorkommen in den Kategorien A und B, die flächenmäßig in der „Fachbeitrag Artenschutz für die Regionalplanung Windenergie“ (LUBW 2022) dokumentiert sind. Es muss dringend darauf hingewiesen werden, dass diese Gegebenheiten möglicherweise die letzten Chancen bieten, artenschutzrelevante Argumente in die Genehmigungsverfahren einzubringen – sofern die Behörden ihre eigenen Vorgaben ernst nehmen.
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